Bitcoin intrinsischer Wert: Zwischen Rettungsanker und Rechenfehler

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EP 01 24:06 Jana Scholz & Stefan Heinrich

Wenn man sich die deutschsprachige Finanzszene anschaut, prallen bei Krypto echte Welten aufeinander. Auf der einen Seite haben wir die Optimisten wie Marc Friedrich, der Bitcoin fast schon philosophisch als digitalen Rettungsanker sieht. Für ihn ist die Kryptowährung die moderne Antwort auf unser inflationäres Geldsystem und steht in Sachen Sicherheit auf einer Stufe mit Gold.

Der Pragmatismus des „Investmentpunks“

Gerald Hörhan geht die Sache deutlich nüchterner an. Für ihn ist Bitcoin kein ideologisches Statement, sondern schlicht ein notwendiger Baustein im Portfolio. Er vergleicht Kryptos ganz entspannt mit Tech-Aktien: Wer diszipliniert per Sparplan kauft, dem kann die hohe Volatilität sogar egal sein – er nutzt sie durch den Cost-Average-Effekt einfach aus.

Hörhan rät dazu, etwa 5 bis 10 Prozent des Vermögens beizumischen. Besonders spannend: Er sieht Staking-Erträge ähnlich wie Aktiendividenden. Beim Thema Sicherheit ist er allerdings streng. Wer seine Coins auf Börsen lässt, geht ein unnötiges Risiko ein; er plädiert klar für die Eigenverwahrung oder regulierte ETFs.

Das totale Gegenmodell: Markus Krall

Dr. Markus Krall hält von diesem Optimismus wenig. Wo Hörhan Chancen sieht, sieht Krall einen fatalen Konstruktionsfehler. Sein Hauptargument: Die extremen Kursschwankungen verhindern, dass Bitcoin jemals als echte Währung funktioniert, weil kein Unternehmer damit seriös kalkulieren kann.

Für Krall bleibt der Markt eine reine Spekulationsblase, die von der Hoffnung auf Preissteigerungen lebt. Er warnt davor, dass das System wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen könnte, sobald der Nachschub an neuen Spekulanten versiegt.

Unterm Strich zeigt sich: Während Hörhan und Friedrich Bitcoin als legitime (oder sogar überlegene) Anlageklasse für die Zukunft sehen, bleibt Krall dabei, dass das Ganze als Geldersatz technisch und ökonomisch zum Scheitern verurteilt ist.